Die Weltwirtschaft bewegt sich seit Jahren im Krisenmodus, gleichzeitig erfordern politische und wirtschaftliche Verschiebungen ein Umdenken und die Anpassung an die Anforderungen komplexer Märkte außerhalb der etablierten Strukturen.
Afrika wird in diesem Zusammenhang häufig als Ziel zusätzlicher wirtschaftlicher Aktivitäten, Investitionen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen genannt. Auch auf dem afrikanischen Kontinent stehen die Länder und Haushalte vor den Herausforderungen, der Unsicherheit von Versorgung und ökonomischer Zukunft in einer Zeit entgegenzuwirken, in der internationale Unterstützung und auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit durch Budgetkürzungen deutlich zurückgefahren werden.
Dabei bleibt unbestritten, dass als Voraussetzung zur Entwicklung gerade auch im ländlichen Raum die Entstehung dezentraler Infrastruktur künftig eine besondere Rolle spielt. Wasserversorgung und die Erzeugung von Elektrizität aus erneuerbaren Quellen besitzen bereits für afrikanische Haushalte eine hohe Bedeutung. Sie müssen jedoch bezahlbar sein, auch bei geringem Haushaltseinkommen. Allerdings steht der Umbau wie in anderen Regionen der Welt noch am Anfang. Eine Verbesserung der Lage wird nur gelingen, wenn zahlreiche Maßnahmen und Prozesse parallel und koordiniert erfolgen: robuste und bezahlbare Technologien, sozial-sensitive Finanzierungsmodelle und die Erzeugung lokaler Akzeptanz unter der Berücksichtigung der lokalen kulturellen Bedingungen gehören hierbei zu den zentralen Komponenten. Erstmals werden daher die Afrika-Abteilung der Universität Hamburg und das „Centre for Business and Technology in Africa“ an der Hochschule Flensburg gemeinsam eine interdisziplinäre Fachtagung durchführen, die die genannten wichtigen Aspekte dezentraler Infrastruktur in Afrika aufgreifen und breit diskutieren soll.